Holzhärte nach Brinell – Druckfestigkeit und Strapazierfähigkeit von Holzarten

Holzhärte – Der schwedische Ingenieur Johan August Brinell (1849 – 1925) hat um das Jahr 1900 eine Methode entwickelt, mit der man die Härte von Werkstoffen prüfen kann. Das Messverfahren wird als Kugeldruckprobe bezeichnet. Sie diente ursprünglich der Untersuchung von Metallen, eignet sich jedoch auch zur Prüfung von Holzwerkstoffen hinsichtlich ihrer Härte.

Bei der Härteprüfung nach Brinell wird eine im Durchmesser 10mm Hartmetallkugel mit festgelegter Druckkraft in den Prüfkörper gedrückt. Daraus resultiert die Einheit N/mm². Für Holzarten, die auch als Fußböden Verwendung finden, wird die Prüfkraft nach ISO 3350 bestimmt. Die Metallkugel wird 15 Sekunden lang auf die Oberfläche des Werkstücks gedrückt. Gemessen wird die Eindringtiefe / der Durchmesser der Eindringfläche. Weiter Infos bei >Wikipedia<

Brinell – Härteprüfung für unterschiedliche Holzarten

Kratzer in Eichenholz

Kratzer in Eichenholz fallen wenig auf als bei weichem Nadelholz

Grundsätzlich gilt, dass eine Holzart mit hoher Rohdichte druckfester ist als eine Holzart mit geringer Rohdichte, die auch als spezifisches Gewicht von Holz bezeichnet wird. Buchenholz zum Beispiel hat im Darrzustand eine Rohdichte von 690 kg/m³ und eine Brinellhärte von 34 N/mm². Fichtenholz ist leichter als Buchenholz. Die Rohdichte von Fichte beträgt nur 430 kg/m³. Folglich hat Fichtenholz mit 12 N/mm² nach Brinell auch eine geringere Holzhärte.

Die Buche oder die Eiche als Laubbaum wachsen langsamer als Fichtenholz. Dabei bauen sie im Verhältnis zu den Poren im Holzkörper mehr Zellwandsubstanz auf. Das wird bei der Härteprüfung nach Brinell im höher gemessenen Wert deutlich. Je höher der Brinellwert, desto härter ist das Holz.

Druckfestigkeit – Holzhärte nach Brinell – Entscheidungshilfe für Böden aus Holz

Wasserrand Lackfehler

Wasserrand – Lackfehler im Buchenparkett

Bei Ihrer Entscheidung für einen neuen Fußboden aus Holz sollte die Holzhärte nicht das wichtigste Kriterium sein. Denn auch ein Fußboden aus Fichtenholzdielen kann Jahrzehnte alt werden. In vielen Altbauwohnungen kann man das bewundern.

Bei der Härteprüfung nach Brinell kann ein Wert innerhalb einer Holzart auch schwanken. Das hängt damit zusammen, dass die Wachstumsbedingungen einer Baumart auf unterschiedlichen Standorten verschieden sind. Wird quer zur Holzfaser gemessen, dann fällt der Wert in der Regel geringer aus als bei der Messung in Faserrichtung.

Bei Fußböden aus Vollholz gibt es Bretter, die aus der Stammmitte geschnitten werden und andere, die vom Rand des Baumes stammen. Auch in den beiden Fällen wird die Druckfestigkeit bereits innerhalb eines Baumes unterschiedlich ausfallen.

Empfehlung für Fußboden: Holzhärte in gewerblichen Räumen höher gewichten
Fleck in Landhausdiele aus Robie

Fleck in Landhausdiele aus Robinie

Wohnräume und gewerblich genutzte Räume werden unterschiedlich frequentiert. In stark beanspruchten Räumen sollte der Holzfußboden eher aus Eiche, Esche, Robinie oder Rotbuche sein. Diese Holzarten weisen eine hohe Rohdichte auf und sind damit auch sehr strapazierfähig. Bei normaler Nutzung fallen selbst kleine Kratzer wenig auf.

Weniger Widerstand gegen mechanische Abnutzung bieten Holzfußböden aus Fichte und Kiefernholz. Für den privaten Wohnbereich im Kinder- oder im Schlafzimmer sind sie als Nadelholzböden jedoch gut aufgehoben. Wenn Straßenschuhe ausgezogen werden, kann nicht mehr viel passieren, was einen Schaden anrichtet 😊

Strapazierfähigkeit – Holzhärte ist nicht immer entscheidend
Holzart-Pinie

Seekiefer – Holzboden aus französischer Pinie – Härtegrad nach Brinell: 26 N/mm²

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Diese Redewendung trifft für viele Entscheidungen, die beim Neubau eines Hauses oder der Renovierung einer Altbauwohnung anfallen. Bei der Auswahl eines neuen Holzfußbodens sollten Sie eher Wert auf die Optik und das Design des Fußbodens legen, als auf die Strapazierfähigkeit.

Eindrücke von Damenschuhabsätzen, Kratzer durch scharfe Kanten beim Möbelrücken, grober Schmutz bei Umbaumaßnahmen, Filzstifte in Kinderzimmern usw. können auf jedem Fußboden Spuren hinterlassen. Wenn es doch mal dazu kommt, dass ein Schaden passiert, dann geht die Welt nicht unter. Fußböden aus Holz lassen sich in der Regel gut reparieren.

Jeder Holzfußboden hat seinen Charm. Ein helles Ahornparkett mit mittlerer Holzhärte, eine dunkel geräucherte Eichenholzdiele (hohe Holzhärte) oder ein Holzfußboden aus weißgeölter Pinie (gute Holzhärte) haben ihre Berechtigung. Durch die natürliche Ausstrahlung schaffen sie Atmosphäre, ein einzigartiges Raumgefühl, was auch durch die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft zustande kommt. Das ist viel mehr wert, als ein synthetischer Boden liefern kann, der vielleicht wie Holz aussieht und dank chemischer Zusätze auch strapazierfähig ist.