Unterkonstruktion für Holzdielen und Parkett – Aufbau für einen Fußboden aus Massivholz und für Fertigparkett

Unterkonstruktion - Lagerholzaufbau für einen Massivholz-Fußboden

Unterkonstruktion mit Lagerhölzern

Unterkonstruktion – Ein neuer Holzboden soll gut aussehen und auch dauerhaft sein. Auch wenn man nach der Verlegung von neuen Massiv-Holzdielen oder Parkett den Untergrund nicht mehr sieht, kommt der Beschaffenheit seiner Unterkonstruktion eine entscheidende Rolle bei der Verlegung zu.

Die Unterkonstruktion für Holzböden ist langfristig für gute Stabilität verantwortlich. Die Konstruktion als Untergrundaufbau für einen neuen Fußboden aus Massivholz oder im Mehrschichtaufbau sollte trocken, eben und fest sein. Diese Anforderungen sind entsprechend DIN 18356 für Parkettarbeiten auch ein Teil der VOB.

Unterkonstruktion – Beschaffenheit & Untergrundaufbau für Holzböden

Nassestrich - Zementestrich in der Sanierung von Gebäuden

Zementestrich – “Nassestrich”

Die Unterkonstruktion als Fußbodenaufbau für Holzböden kann sehr unterschiedlich sein. Im Neubau aber auch bei der Sanierung älterer Häuser planen Architekten und Bauträger gerne einen Fließestrich ein. Dieser kann zum Beispiel als schwimmender Estrich auf eine Dämmschicht aufgebaut werden und mit wassergeführten Rohren als Heizestrich ausgestattet sein.

Informationen zu unterschiedlichen Arten und zur Beschaffenheit von Estriche im Zusammenhang mit der Verlegung von Parkett und Holzdielen finden Sie unter: >Estrich<

Hier im Kapitel Unterkonstruktion gehen wir auf den Untergrundaufbau im Trockenbau ein. Dazu zählt der Trockenestrich, der im Gegensatz zum Fließestrich (Nassestrich) ohne die Zugabe von Wasser erstellt wird und die Lagerholzkonstruktion. Für beide Varianten gibt es Konstruktionen sowohl für massive Betondecken als auch für Holzbalkendecken.

Unterkonstruktion aus Schüttung und Trockenestrich für Holzdielen und Parkett

Unterkonstruktion - Trockenestrich aus OSB-Platten für Holzdielen

Unterkonstruktion aus 22m starken OSB-Platten als Trockenestrich

Beim Trockenestrich handelt es sich in der Regel um eine Kombination aus tragfähigen Schüttungen und einem Trockenestrichelement, der aus Gipsfaserplatten oder aus OSB-Platten besteht. Diese Art der Unterkonstruktion eignet sich besonders gut beim Ausbau auf Holzbalkendecken wie zum Beispiel im Dachgeschoss.

Bei dieser Art des Fußbodenaufbaus übernimmt die Schüttung gleich mehrere Funktionen. Sie gleicht Unebenheiten am Untergrund aus, dient als Wärmedämmung zum Schutz vor Kälte und verbessert den Schallschutz (Trittschall und Luftschall). Des Weiteren kann durch die Schichtstärke der Schüttung die gewünschte Aufbauhöhe erreicht werden.

Unterkonstruktion für Holzfußboden mit Hanfschüttung

Unterkonstruktion – Trockenaufbau für Holzdielen mit Hanf-Leichtlehmschüttung

Anschlüsse zu benachbarten Räumen oder der Übergang vom Fußboden zur Treppe können durch das Einbringen von Ausgleichsschüttungen auf eine bestimmte Höhe exakt eingehalten werden. Bei ausreichender Schütthöhe können Elektroleitungen, Heizungsrohre etc. gut in die Unterkonstruktion integriert werden.

Aufbau für einem Holzboden – Unterkonstruktion

Als Schüttmaterial, das mittels Lehren und Richtscheid eingebracht wird, eignen sich zum Beispiel Cemwood und Hanf-Leichtlehmschüttungen gut. Bei Cemwood handelt es sich um mineralisch ummantelte Holzfasern, die abhängig von der Korngröße bis zu 200mm Stärke eingebracht werden können.

Unterkonstruktion für Massivholzdielen und Perlite-Schüttung

Unterkonstruktion für Holzdielen mit Lagerholz und Perlite-Schüttung

Bevor man das eigentliche Trockenstrichelement auf die Schüttung aufgelegt, wird in der Regel noch eine dünne, 8mm starke Abdeckplatte aus Holzfasern ausgelegt. Als Zwischenlage verhindert sie, dass loses Schüttgut in die Verbindungen der einzelnen Elemente gelangt, was die Montage unnötig erschwert.

Als Trockenestrich für die Verlegung von Holzböden haben sich 22mm starke OSB-Verlegeplatten bewährt. Auf diese kann zum Beispiel Fertigparkett schwimmend oder Holzdielen durch verdeckte Verschraubung verlegt werden. Bei Trockenestrichen aus Gipsfasern ist die schwimmende Verlegung möglich oder die vollflächige Verklebung.

Lagerholzaufbau – Unterkonstruktion zum Verschrauben von Holzdielen
Unterkonstruktion für Holzdielen als Kreuzlattung

Kreuzlattung als Untergrundaufbau für neue Massiv-Holzdielen

Für die Verlegung von Massiv-Holzdielen hat sich der Untergrundaufbau mit Lagerhölzern bewährt. Abhängig von der Höhe, die als Fertigfußboden erreicht werden muss, kann das Lagerholz in unterschiedlicher Stärke entweder als einfach Lattung oder als Kreuzlattung eingebaut werden.

Die Aufbaumethode dieser Unterkonstruktion hat mehrere Vorteile. Zunächst wird der Aufbau im Trockenbau ohne Zugabe von Wasser erstellt. Als Lagerhölzer können Sie Konstruktionsvollholz (KVH), trockene Rauspundbretter oder auch Lagerholzbalken verwenden. Verschnittreste müssen Sie nicht teuer entsorgen, denn rohes Holz kann zum Beispiel im Lagerfeuer verbrannt werden 😊

Kreuzlattung - Untergrundaufbau im Neubau und Altbau für Holzdielen ohne Estrich

Unterkonstruktion ohne Estrich – Kreuzlattung für Holzdielen

Lagerhölzer – Untergrundaufbau für Holzdielen im Neu- und Altbau ohne Estrich

In den Hohlraum einer Lagerholzkonstruktion wird in der Regel Zellulosedämmstoff eingebaut. Diese Dämmung lässt sich hohlraumfrei und ohne Verschnitt einbringen. Zellulose dämmt gut im Winter und sorgt für guten Schallschutz.

Zur Trittschallentkopplung werden unter die unteren Lagerhölzer einer Kreuzlattung Kokosfaser- oder Hanffaserstreifen ausgelegt. Weitere Infos zur Herstellung einer Unterkonstruktion aus Lagerhölzern finden Sie unter >Lagerholzkonstruktion< und unter >Kreuzlattung<

Welches ist die richtige Unterkonstruktion für Ihren Holzfußboden?
Lagerholz - Unterkonstruktion als Aufbau für Dielen

Lagerholzaufbau – Untergrund für Holz-Dielen in der Renovierung

Bei Fragen zum Aufbau der Unterkonstruktion für Ihren Holzboden können Sie uns ansprechen. Gerne beraten wir Sie bei der Suche nach der richtigen Lösung im Neubau auf Betondecken oder bei der Sanierung im Altbau bei einer Holzbalkendecke als Trockenestrich oder Lattenkonstruktion.

Schreiben Sie uns bitte eine kurze Nachricht per Mail, über das Kontaktformular oder unten über die Kommentarfunktion. Wir werden uns umgehend bei Ihnen melden und bestimmt die passende Variante für Sie finden.
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6 Antworten

  1. Dieter Steindl sagt:

    Guten Tag,

    Ich renoviere eine altes Haus aus den 1940er Jahren ,wo ursprünglich eine Holzdielenboden verlegt war.
    Darunter war einfach Erde und auf Teerpappestreifen würde die Balken gelegt Dielen darauf und fertig…
    Ich habe die Erde abgegraben, Schotter eingebracht eine Betondecke gemacht und mit Teerpappe dicht geflämmt.
    Nun soll wieder ein Holdielenboden darauf.
    Ich hätte es so geplant 5X8er Stafffeln auf Lagerholzblöcken ebenso aus 5×8 er Staffeln in den Hohlräumen Dämmwollplatten oder Perlitschüttung zwecks Isolierung und mit Verlegeplatten schließen , Trittschalldämmung und dann die Holzdielen mit den Verlegeplatten verschraubten.
    FRAGE : Gibt es Bedenken zu meinen Plan oder Fehler ….würde mich über Ihr Feedback freuen
    MfG Dieter

    • Hallo Herr Steindl,
      vielen Dank für Ihre Nachricht zum Untergrundaufbau für Ihren neuen Holzdielenboden.
      Aus meiner Sicht ist der von Ihnen geplante Untergrundaufbau zu Umständlich und daraus resultierend wahrscheinlich auch unnötig teuer.
      Die von Ihnen geplante Aufbauhöhe beträgt ca. 100mm, die ich wie folgt errechnet habe: 50mm Lagerholz, 20mm Verlegeplatte, 10mm Trittschallentkopplung und 20mm Holzdielen.
      Der Untergrund ist trocken, da Sie mit Bitumenpappe abgedichtet haben – das ist sehr gut!
      Darauf würde ich eine Kreuzlattung aus 40x60mm Konstruktionsvollholz (KVH) oder sägerauen, trockenen Lagern auslegen.
      2x 40mm = 80mm + 20mm Dielen = 100mm
      Darunter würde ich zusätzlich einen 5mm starken Nadelfilzstreifen aus Hanf oder Jute auslegen, daraus ergibt sich rechnerisch eine Aufbauhöhe von 105mm.
      Den Hohlraum können Sie mit Perlite oder mit Zellulose ausfüllen. Bei dieser Montage muss nichts exakt zugeschnitten werden, was bei Dämmstoffen in Plattenformat erforderlich wäre.
      Vorteilhaft bei einer Kreuzlattenkonstruktion ist, dass Sie den Untergrundaufbau sehr einfach ausrichten können.
      An den Kreuzpunkten werden alle Lagerhölzer untereinander mittels Schrauben verbunden.
      Legt man auf die oberste Schicht eine Wasserwaage auf, werden Sie feststellen, wie gut oder auch nicht die Betondecke eben war.
      Beim Ausrichten mittels Wasserwaage muss jetzt nur noch die Konstruktion dort wo es zu niedrig ist, angehoben werden und das ganze Gerüst geht mit.
      Daraus ergibt sich genau, wo noch etwas unter das untere Lagerholz gelegt werden muss.
      Nachdem die Konstruktion ausgerichtet ist und der Dämmstoff eingebaut wurde kann die Holzdielenverlegung beginnen.
      Die Massivholz-Dielen werden mittels Schrauben verdeckt durch die Feder in das obere Lagerholz geschraubt.
      Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführung hilfreich ist 😊
      Aus welcher Holzart sollen die Dielen gelegt werden?
      Wo sind Sie zu Hause?
      Mit Bitte um Rückmeldung
      Schöne Grüße, Daniel Döbel

  2. Mareen Schröter sagt:

    Hallo ihr Fachleute,

    wir haben ein altes Bauernhäuschen mit Holzdielung Bj. 1900
    In einem der Zimmer wollen wir den Fußboden erneuern und haben die alte Dielung entfernt. Nach langem überlegen ob Betonfußboden oder Dielung, stellte ich mir die Frage; warum nicht so einfach bauen wie früher? – Balken auf den Sandboden und Dielen drauf. Halten sie es für möglich die Balken direkt auf den Sandboden zu setzen? Oder gäbe es da bedenken? Der Raum steht nun schon 5 Jahre ohne Boden leer und macht nach wie vor einen trockenen Eindruck. Aus meiner Leihensicht würde ich dieses Experiment wagen – denn früher ging es ja auch…??? Unser Anspruch ist; so wenig wie möglich, soviel wie nötig.

    • Hallo Frau Schröter,
      vielen Dank für Ihre Nachricht zum Aufbau der Unterkonstruktion für Holzdielen.
      Entsprechend Ihrer Ausführung gehe ich davon aus, dass es sich um den Untergrundaufbau im Erdgeschoss Ihres Hauses handelt?
      Auch wenn sich die Situation als “trocken” anfühlt, ist es nur ein subjektives Empfinden.
      Aus Erfahrung und zu Ihrer Sicherheit, würde ich in jedem Fall zunächst eine Feuchtigkeitssperre einbauen. Diese gewährleistet, dass der spätere Holzfußboden und die gedämmte Unterkonstruktion trocken bleiben.
      Trockene Bauteile dämmen besser, sind nicht anfällig für Pilze, Bakterien und andere Schädlinge.
      Beste Grüße
      Daniel Döbel

  3. Kristina Homberg sagt:

    Guten Tag,

    wir bauen gerade unseren 5 Jahre alten Bungalow im Dachgeschoss aus. Wir haben eine Holzbalkendecke und sehen ebenso wieder Eichendielen vor. Welches ist eine denkbare Unterkostruktion? Schüttung gehe wohl vom Gewicht nicht, so der Architekt. Wir liebäugeln gerade mit Holzfaserdämmplatten inklusive Lattung (zb Steico) Diese haben nur 4cm, unser Heizungsbauer sagt er benötige 6cm für die Rohre. Haben Sie noch eine Idee für uns?

    Frohe Ostern,
    Kristina Homberg

    • Hallo Frau Homberg,
      vielen Dank für Ihre Nachricht zum Untergrundaufbau bei Holzbalkendecken für Holzdielen.
      Entsprechend Ihrer Ausführung gehe ich davon aus, dass Sie bisher von oben direkt die Holzbalken sehen und der Blindboden zwischen den Balken wie auch immer gedämmt ist – oder?
      Die Aussage vom Heizungsbauer bezieht sich auf Rohrleitungen, die zu Konvektionsheizkörpern führen, die an der Wand, dem Drempel oder am Giebel montieren werden sollen – ist das richtig?
      Empfehlung:
      Zunächst sollten Sie quer zu den Holzbalken flächig eine lastverteilende Schicht montieren. Das könnten zum Beispiel 19,5mm starke Rauspundbretter aus Fichte/Tanne sein.
      Alles was später oben passiert, soll von den Balken getragen werden und nicht auf dem Blindboden zwischen den Balken lasten!
      Sollten die Balken ein unterschiedliches Höhenniveau haben, dann kann das in dem Schritt durch Abhobeln oder durch Unterlegen ausgeglichen und angepasst werden.
      Vor Beginn der Rauspundverlegung, sollte zur Schallentkopplung auf die Balken ein Hanffilzstreifen ausgelegt werden. Diesen gibt es in 5 und in 10mm Stärke und 100mm breite.
      Festgemacht werden die Rauspundbretter durch Verschraubung in einer Fluglatte, die zwischen die Balken gelegt wird. Das kann auch ein Rauspundbrett sein. Sie sorgt für den Verbund der Rauspundbretter.
      Auf den Rauspund legen Sie flächig 22/21mm starke Trittschalldämmplatten aus Holzfaser als Streifen aus und hinter jeder Holzfaserplatte kommt wieder ein Rauspundbrett, das später als Lager zum Verschrauben der Holzdielen aus Eiche dient.
      Das Ergebnis vor der Holzdielenmontage sieht also wie folgt aus: Holzfaserplatten, Rauspund, Holzfaserplatten, Rauspund…..
      Jetzt verschrauben Sie die Dielen verdeckt durch die Feder durch in den Rauspund. Dafür verwenden Sie spezielle Schrauben, die sich selbst vorbohren und versenken, damit Diele an Diele passt und nicht “klemmt”
      Aus Ihrer Holzbalkendecke haben Sie jetzt keine Stahlbetondecke gemacht, wo der Schallschutz irgendeiner DIN entspricht. Sie haben allerdings den harten Holzdielenboden von den Holzbalken entkoppelt, das hilft beim Trittschall. Für den Trittschall (eine Form des Körperschalls) und den Luftschall ist auch die Verwendung von Holzfaserdämmplatten gut, die einen sehr guten schallspezifischen Widerstand aufweisen. Weil diese höher sind als das Rauspundbrett als Lager, gibt es keine direkte Schallübertragung. An den Wandflächen, Schornsteinen, Treppenaufgängen etc. sollten Sie die Dielen und auch den Rauspund nie direkt anlegen, damit dort keine Schallbrücke / Flankenübertragung erfolgt.
      Ich hoffe, Sie können der Ausführung folgen 🙂
      Wo sind Sie zu Hause Frau Homberg?
      Frohe Ostern!
      Daniel Döbel

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